Dorothea Morgenroth: Die Bank unter der Linde

Dorothea zieht mit ihrer Familie aus einem Reihenhaus in ein altes Bauerngut. Nachdem der Umzug über die Bühne gegangen ist und die dringendsten Arbeiten in
Haus und Garten erledigt, will sie auf dem Dachboden aufräumen. Da fällt ihr ein
altes Tagebuch in die Hände. Es enthält die Abbildung von Kräutern, aber auch
kurze Lebensbeschreibungen und Zitate aus Psalmen. Die Tagebuchschreiberin hieß
Marie Kremeter-Schwartz. Das Gelesene lässt Dorothea nicht mehr los. Da fordern
sie ihre Kinder auf, die Geschichte von Marie aufzuschreiben. Das ist gar nicht
so einfach, denn es scheint keine Nachkommen zugeben. Da steht eines Tages ein
älterer Herr am Zaun. Er stellt sich als Herr Rathenberger vor. Als Dorothea mit
ihm ins Gespräch kommt, erfährt sie, dass Marie seine Urgroßmutter war.

Das Buch verbindet geschickt zwei Erzählstränge. Zum einen wird das Leben der
Bauerstochter Marie geschildert, zum anderen erfahre ich als Leser, wie sich
dadurch Dorotheas Leben und Einstellungen selbst verändern. Marie, die in
jungen Jahren ihren Vater verloren hat, kommt bei Verwandten unter. Ihr ganzes
Bestreben ist darauf gerichtet, ins elterliche Haus zurückkehren zu können. In
einer ihrer schwersten Stunden greift sie nach einer Bibel. Die gelesenen
Psalmen lassen sie nicht mehr los. Sie lernt es, ihr Schicksal ganz in Gottes
Hand zu legen und ihm allein zu vertrauen. Auch danach verläuft ihr Leben nicht
glatt. Doch sie finden in den Psalmen Halt und Frieden. Kursiv im Text eingebunden, zeugen sie von Maries Glauben.

Dorothea, als Mensch unserer modernen Zeit, hat sich bisher auf ihre eignen Kraft und Stärke verlassen. Trotzdem ist sie ein gläubiger Mensch. Nach vielen Gesprächen mit Herrn Rathenberger und der Arbeit an ihrem Buch beginnt sie, über ihren Glauben
nachzudenken. Sie darf in einer kritischen Situation die Kraft und Hilfe Gottes erleben. Sie weiß, dass sie selbst in diesem Moment außer zu beten, keine Möglichkeit gehabt hätte, das Geschehen zu beeinflussen. Auch in Maries Lebensbild wird immer wieder aufgezeigt, dass die Hilfe Gottes zwar nicht sofort, aber in entscheidenden Moment kommt.

Das Buch lässt sich flüssig lesen. In passenden Augenblicken erfolgt der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Dabei erzählt die Autorin detailgenau. Das betrifft die
Beschreibung des Lebens als Bäuerin genauso wie in der Gegenwart den Ostseeurlaub.
Das Buch besteht aus drei Kapiteln. Jedes beginnt mit dem Zitat eines Psalms. Drei Schmetterlinge illustrieren diese Seiten. Zwei davon finden sich als Trennungszeichen in den einzelnen Kapiteln wieder.In Farbe sieht man sie auf dem Cover. Dieses strahlt Ruhe und Besinnlichkeit.Das Buch zeigt auf, dass sich das Wirken Gottes über die Zeiten nicht geändert hat. Es berührt die eigene Seele und gibt Anlass, das Leben zu überdenken. Die Zusammenfassung der wichtigsten Gedanken steht in dem Gedicht, das das Buch abschließt.
Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Ich wünsche ihm viele Leser.

Gerth Medien, ISBN 978-3-865-01715-7, Preis 14,99 Euro

Elfie Kraft

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