Richard Kilian: Auf getrennten Wegen

 

Erich und Hans wachsen als Pflegebrüder und Freunde gemeinsam auf. Als Erich während des Zweiten Weltkrieges nach Norwegen geschickt wird, verlieren die beiden sich aus den Augen. Aus Angst vor dem Krieg übernimmt Erich nach einem Luftangriff die Identität eines toten Mannes. Damit beginnen die Schwierigkeiten. Jahre später gehen Erich und Hans unabhängig voneinander ihrer Leidenschaft nach und beginnen eine Karriere in der Naturwissenschaft…

Die Geschichte lässt sich sehr flüssig lesen. Es gibt viele Dialoge und neue, unerwartete Ereignisse. Dadurch, dass der Roman sich über eine lange Zeitspanne dehnt (vom Zweiten Weltkrieg bis ins neue Jahrtausend), kann man die Entwicklungen der Personen gut beobachten. Vor allem Erich bleibt von Schicksalsschlägen und Ungerechtigkeit nicht verschont und hadert mit Gott. Dadurch wird das Leben als Christ realistisch dargestellt: Es bedeutet eben nicht, dass zwangsläufig alles gut und einfach ist.

Das Hauptthema des Buches ist der Glauben der beiden Männer. Erich glaubt an Gott, Hans lehnt den Glauben ab. Die Mischung der beiden unterschiedlichen Einstellungen hat mich neugierig gemacht hat. Ich habe mir einfühlsame Gespräche und Diskussionen über
das Thema „Glaube“ erhofft. Doch für mich war dieser Roman zu aufdrängend und missionarisch, so dass mich Sätze wie „Willst du denn nicht auch endlich an den Herrn Jesus glauben?“ gestört haben. Es war für mich nicht realistisch, dass die Menschen teils über mehrere Zeilen hinweg Bibelverse zitiert haben. Ich kenne keinen Christen, der solche langen Bibeltexte Wort für Wort auswendig kann.

Sicherlich ist das eine subjektive Meinung von mir und aus anderen Rezensionen
weiß ich, dass andere Menschen geraden diese Aspekte des Glaubens an dem Buch so
schätzen. Mir persönlich fehlt dennoch die Empathie Hans gegenüber.

Abgesehen von diesem Kritikpunkt handelt es sich um einen abwechslungsreichen, gut
recherchierten historischen Roman. Langweilig wird es beim Lesen also ganz
bestimmt nicht.

BOAS Verlag, ISBN 978-3-942-25800-5, Preis 12, 95 Euro

Lea Klau

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