Randall Wallace: Der Chirurg

Jones und Faith sind beide Medizinstudenten und unzertrennlich. In Italien auf einer Europareise macht er ihr einen ungewöhnlichen Antrag. Beide sind sehr glücklich, wollen heiraten und mit ihrem besonderen chirurgischen Talent vielen Menschen helfen. Doch ein Augenblick verändert ihr ganzes Leben und Faith stirbt. Jones gibt das operieren auf. Zur selben Zeit forscht die junge Laura Blair an einem Werkzeug um die Handbewegungen einen Chirurgen exakt nachzuahmen und so mit einem Computer Menschen helfen zu können. Sie erfährt dass Jones ein außergewöhnliches Talent hat und diese Bewegungen genau ausführen könnte um dieses Operationswerkzeug richtig programmieren zu können. Als er ablehnt schwinden alle ihre Hoffnungen. Wird er erkennen, wie lebenswichtig diese Operation ist?
Dieses wunderbare Buch ist das Romandebüt des Drehbuchautoren Randall Wallace, der unter anderem das Drehbuch für „Pearl Harbour“ und „Braveheart“ schrieb. Normalerweise schrecken mich solche Ankündigungen auf Büchern eher ab, dennoch war ich neugierig auf die Geschichte, weil der Plot doch sehr interessant klang.
Der Ton des Buches ist ruhig und unaufgeregt. Dennoch war es so, dass es an Stellen, wo man dachte, na das wird langweilig, doch immer wieder eine Wendung eintrat, bei der man oft schlucken musste. Die Hauptprotagonisten Faith, Jones und Laura waren mir auf Anhieb sympathisch. Gut gefallen hat mir auch, dass der Autor zwischen den Kapiteln nicht immer gleich alles auflöst, sondern man die Möglichkeit hat, darüber nachzudenken und Platz ist für eigene Gedanken. Ich bin medizinischer Laie, aber die Beschreibungen während der Operationen und Behandlungen waren für mich sehr gut nachvollziehbar und lassen auf eine gute Recherchearbeit schließen.
Es geht in diesem Buch vor allem um Vergangenheitsbewältigung und wie sehr sie unsere Zukunft beeinflusst. Ohne Vergangenheit ist eine Zukunft nicht möglich. Auch der Glaube spielt eine zentrale, wenn auch unaufdringliche Rolle. Gut gefallen hat mir hier, dass sich nicht alle zu Gott hinwenden, wie es oft in christlichen Romanen vorkommt und doch meist unrealistisch ist. Im Anschluss an die Geschichte findet man noch ein Interview mit dem Autor um seine Beweggründe für den Roman genauer zu erläutern.
Ein etwas anderer, leiser Roman von einem Autor, von dem man hoffentlich in nächster Zeit noch mehr lesen wird!
Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27333-5, Preis 15,95 Euro
Simone Janoschke
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