James L. Rubart: Das Haus an der Küste

 

das haus an der küste

 

Micha ist Chef seiner eigenen Sofware-Firma und hat eine stabile Liebesbeziehung zu seiner Geschäftspartnerin. Es plagen ihn keinerlei materielle Sorgen. Dafür ist er durch eine Erfahrung aus der Kindheit traumatisiert, die ihm seinen Vater vollständig entfremdet hat. Der Brief seines verstorbenen Onkels bringt nun Unruhe in dieses Leben. Micha soll ein Haus geerbt haben, welches sein Onkel extra für ihn hat bauen lassen. In diesem Haus begegnet Micha Gott. Sein Aufenthalt dort zieht einige für Micha verstörende Ereignisse nach sich.

In dem Buch werden zwei Lebensbereiche von Micha gegenübergestellt: Der erste befindet sich in der Stadt, in der es um Geld, beruflichen Erfolg und Partys geht. Der andere in der unverfälschten Natur, gekennzeichnet von der ungebändigten Macht des Wassers und des Windes, in der Micha ausschließlich nette und bodenständige Menschen kennlernt. Sehr plakativ wird hier die schlechte Welt in der Stadt, der guten Welt auf dem Land gegenübergestellt, was das Setting ein wenig schablonenhaft wirken lässt.

Das Hauptthema des Buches ist dem Vers in Matthäus 16 Vers 25 entnommen: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen,
wird es finden.“. Micha muss sich entscheiden in welcher Welt er leben möchte.

Es wird in dem Buch zum Konzept, dass Micha nur die Vorzüge der einen Welt leben kann und die in der anderen tatsächlich und praktisch auf wundersame Art und Weise verliert. Wie der Leser erfahren wird, verliert Micha im Verlauf der Geschichte in unterschiedlichen Ausprägungen für ihn bis dahin wichtige Bestandteile seines Lebens, wie eine Beziehung oder die Chef-Position seiner eigenen Firma.

Eine Entscheidung am Ende des Buches zieht einen so drastischen Verlust mit sich, dass der Leser durchaus schockiert ist. Er ist dies jedoch in der Ahnung, dass dieser Verlust wohl zugunsten eines Happy-Ends wieder rückgängig gemacht werden wird. So drastisch die praktischen und wundersamen Verluste innerhalb der Geschichte zu sein scheinen – z.B. das Verschwinden einer Wohnung, eines Bildes, das Auslöschen einer Beziehung, als
hätte sie es nie gegeben – so schönmalerisch endet das Buch. Natürlich ermöglicht es dem Leser die Geschichte mit einem versöhnlichen Gefühl zu verlassen. Jedoch zeichnet der Autor hier ein Idealbild, welches Gefahr läuft den Eindruck zu erwecken, dass, hat man das Glaubenssystem einmal begriffen, man mit seinen Handlungsweisen, den Plan Gottes beeinflussen und voraussehen kann.

Ich habe das Buch gern und mit Spannung gelesen, insofern lohnt es sich in jedem Fall. Es gibt Anstöße über bestimmte Dinge verstärkt nachzudenken und sein Bewusstsein für Wahrheiten biblischer Aussagen zu stärken. Genauso bietet es die Grundlage zur kritischen Auseinandersetzung mit dieser Art sich Glaubensthemen sehr frei und mit dem Einsatz eher moderner Erzählmethoden zu nähern und ist so bestens geeignet für eine religiös-literarische Diskussion.

Gerth Medien, ISBn 978-3-865-91634-1, Preis 16,99 Euro

Steffi Hanke

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Romane veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s