Linda Nicols: Geborgtes Leben

geborgtes leben

Wie konnte es nur soweit kommen? Diese Frage stellt sich Mary Bridget Washburn, tief verstrickt in Machenschaften mit Drogen und angewidert von dem Leben, das sie gemeinsam mit ihren „Freunden“ führt. Sie nutzt die Gelegenheit, diesem Leben zu entfliehen und an einem anderen Ort unter einer anderen Identität ein neues Leben zu beginnen.

Hilf mir, Gott! Das ist das verzweifelte Gebet Samanthas, der Tochter des verwitweten Pfarrers Alasdair. Berührt von diesem Gebet, möchte Mary dem Mädchen helfen. Durch verschiedene Umstände wird sie als Kindermädchen eingestellt und kommt in eine Familie, die schwer an ihren Lasten zu tragen hat. Der abgekämpfte Vater ringt darum, seine Gemeinde nicht zu verlieren, Samantha verschließt sich seit dem Tod ihrer Mutter der Außenwelt und den kleinen Zwillingen fehlt es an liebevoller Aufmerksamkeit.

Mehr und mehr erkennt Mary, welch dunkle Kapitel totgeschwiegen werden und wie die Familie an ihrer Vergangenheit zu tragen hat. Während sie tiefere Einblicke bekommt, wird ihr immer klarer, dass auch sie ihrer Vergangenheit nicht entfliehen kann.

Obwohl das Buch nicht von Höhepunkt zu Höhepunkt eilt, ist es doch spannend und in so manchem unvorhersehbar. Linda Nichols nimmt sich Zeit, Dinge und Menschen zu beschreiben. Es ist nicht schwer, sich in die Charaktere einzufühlen. Es wird deutlich, wie viel Macht wir haben, andere zum Guten oder zum Schlechten zu beeinflussen, was z.B. hervorragend an Alasdairs drei unterschiedlichen Schwestern zu sehen ist, die jede für sich ihre Rolle in der Familie einnimmt.

Neben dem großen Thema Vergangenheitsbewältigung geht es darum, dass Gott Menschen gebraucht, die sich selbst nicht für gut oder stark oder intelligent genug halten. Nichols macht Mut, sich gebrauchen zu lassen und den Blick auf Gott und nicht auf die (scheinbar) eigenen Unzulänglichkeiten zu richten. Und sie zeigt einen Gott auf, der den Menschen nachgeht und sie nicht alleine lässt. Bei mir jedenfalls blieb ein Gefühl von Hoffnung, als ich den Buchdeckel nach der letzten Seite zugeschlagen hatte.

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27330-4, Preis 14,95 Euro

Elke Huber

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