Irene Hannon: Auf dass ihr nicht gerichtet werdet

auf das ihr nicht gerichtet werdet

Ich weiß nicht was ich erwartet hatte, aber nachdem das Cover mich nicht wirklich angesprochen hat, der Klappentext aber umso mehr, lag das Buch auch nicht lange nachdem der Francke Verlag es mir freundlicherweise zur Rezension zur Verfügung gestellt hatte. Einen christlichen Krimi habe ich bisher noch nie gelesen und war daher wirklich neugierig. Ich gestehe, das mir das Originalcover um einiges besser gefallen hätte, obwohl ich trotzdem in der Buchhandlung nicht danach gegriffen hätte und das ist ein wirklich grober Fehler und ich muss lernen umzudenken. Ein Cover kann richtig toll und ansprechend sein und die Story die sich dahinter verbirgt nichtssagend und ohne Sinn und Verstand oder man hat ein Cover was nichtssagend ist und die Story die sich dahinter verbirgt, präsentiert mir einen echten Schatz. So geschehen bei „Auf das ihr nicht gerichtet werdet ……“

Der Titel des Buches richtet sich nach einem Bibelwort aus Matthäus 7. Ein mir nicht unbekannter Vers, der sich hier in diesem Buch in den Vordergrund gedrängelt hat. Ich finde es ist ein Vers, den man nicht oft genug überdenken sollte, denn wie vorschnell verurteilen bzw. richten wir über andere? Hinterher schäme ich mich, das meine ersten Gedanken über einen Menschen, den ich nicht kannte nur von meinem ersten Eindruck herrühren und sobald ich die Person kennengelernt habe, muss ich mich in Gedanken oft entschuldigen. Jake in unserer Geschichte geht es ähnlich, denn auch er hatte böse Gedanken über die Frau, der er Personenschutz bieten soll. Im Laufe der wirklich spannenden Story wird auch er sich eines besseren besinnen und sich entschuldigen müssen, das er über Liz den Stab gebrochen hat. Manchmal sind unsere Gedanken über andere wirklich nicht positiv und wir lassen uns dazu hinreißen über andere zu richten. Natürlich ist das nicht die komplette Handlung bzw. Story des Buches, ich wollte nur erwähnen was mir für Gedanken durch den Kopf gegangen sind. Manchmal werden beim Lesen eines Buches regelrechte Schwachstellen eines Menschen angetickt.

Liz und Jake sind zwei wunderbare Menschen, die beide ihr Päckchen zu tragen haben. Während Liz Trost bei Gott sucht, ist Jake sehr verbittert und glaubt nicht an die liebende und treibende Kraft die von Gott ausgeht. Für beide ist es eine sehr harte Zeit in der Liz aber nicht zerbricht, sondern den Anstoß gibt das Jake seinen Glauben neu überdenkt. Ich fand es sehr liebevoll von der Autorin, das sie dies mit sanften und leisen Tönen tut und uns nicht mit der Holzhammermethode zu dem besinnt, was wirklich wichtig ist.
Spannend für mich war zu lesen, wie ein gläubiger Mensch mit dem Thema Mord, Töten und Selbstschutz umgeht. Ganz beantwortet wurden meine Fragen nicht, aber es ist auf jeden Fall ein Job der gemacht werden muss und warum nicht auch Christen in den Dienst der Polizei stellen?

Ich habe meinen ersten Krimi mit Begeisterung gelesen und habe festgestellt, das mir diese Genre sehr gefällt und ich gerne mehr lesen würde. Leider gibt es viel zu wenig christliche Bücher, die sich mit diesen Themen beschäftigen. Sehr, sehr Schade!

Natürlich handelt es sich hier nicht nur um einen Krimi, denn auch die Liebe zeigt sich von ihrer besten Seite. Zwei Menschen die sich zueinander hingezogen fühlen und sich erst dann annähern können / dürfen wenn der Job erledigt ist? Wird es Jake gelingen Liz zu beschützen, damit sie vielleicht irgendwann später ihre frisch erblühte Liebe richtig erwecken können? Gibt es ein Happy End? Und wer ist überhaupt der mann er hinter Liz her ist? Was will er von ihr? Was hat sie getan, das sie so sehr gehasst wird, das ihr jemand nach dem Leben trachtet?

Das lest am besten selbst ☺

Verlag der Frankebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27370-0, Preis 12,95 Euro

Melanie Enns

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