Joan Wolf: Die Retterin von Susa

die retterin von susa

In Susa ist Ahosveros I. eingetroffen. Der neue persische König gilt als schöner Mann. Als sich seine Gemahlin Waschti weigert, unverschleiert auf einem Bankett zu erscheinen, verstößt er sie. Ester und ihre Freundin Rahel, zwei jüdische Mädchen, unterhalten sich über die neueste Entwicklung. Es wird eine neue Königin gesucht. Bewerben dürfen sich nur junge Mädchen aus der Dynastie der Achämeniden.

Ester ist Waise. Sie lebt bei ihrem Onkel Mordechai. Die Juden wissen nicht, wie sie den neuen König einschätzen sollen. Haman, einer der wichtigsten Berater, den Ahosveros I. aus Babylon mitgebracht hat, ist ein Edomiter. Zwischen Edom und Juda herrscht schon lange Feindschaft. Als Mordechai einen bedrückenden Traum hat, entscheiden die jüdischen Männer, dass Ester an der Bewerbung um die Stelle der Königin teilnehmen soll. Ihre Mutter war zwar Jüdin, doch ihr Vater ein persischer Krieger aus dem Geschlecht der Achämeniden.

Die Autorin erzählt in dem Roman die Geschichte der Ester aus dem Alten Testament neu.
Ester ist eine gebildete junge Frau, die sich das Leben in einem Harem nur schwer vorstellen kann. Ihre Kämpfe und Zweifel werden ausgezeichnet dargestellt. Im Mittelpunkt ihres Handelns steht ihr Glaube, von dem sie sich leiten lässt. Aus Pflichtbewusstsein wird Liebe. Sehr behutsam wird diese Entwicklung erzählt.

Ihr Gegenspieler ist Haman. Er ist auf jeden eifersüchtig, der in irgendeiner Weise die Gunst des Königs erhält. Obwohl ihm Ahosveros beweist, dass er in ihn unbegrenztes Vertrauen hat, ist er nicht zufrieden.

Die Autorin beschreibt die Verhältnisse in Persien ausführlich. Sie lässt mich in die Welt des Orients eintauchen. Der Bummel der jungen Frauen über den Basar mit seinen exotischen Gerüchten gehörte ebenso dazu wie der Besuch der königlichen Gärten. Der Palast des Königs verfügte über hygienische Möglichkeiten, die man in dieser Zeit nie vermutet hätte.

Auch die gesellschaftlichen Verhältnisse wurden exakt recherchiert. Das betrifft sowohl die Siege und Niederlagen des persischen Heeres, als auch die unterschiedlichen Interessengruppen am Hofe des Königs.

Die Autorin hat sich im Wesentlichen an die biblische Vorlage gehalten, um zu zeigen, wie Gott Menschen in seine Hand nimmt. Abweichungen begründet sie am Ende des Romans selber. Der Roman ist spannend geschrieben. Er lässt sich zügig lesen. Das Cover passt zur Handlung, ist aber nicht außergewöhnlich.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen!

Brunnen, ISBN 978-3-765-51578-1, Preis 15,99 Euro

Elfie Kraft

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