Markus Spieker: Um das Böse zu besiegen

um das böse zu besiegen

Ich mag Markus Spiekers Schreibstil. Er formuliert klar, präzise, auf den Punkt. Und wenn er sich einem Thema widmet, geht er dabei im besten Sinne journalistisch vor: Er beleuchtet es von allen Seiten und ergreift dabei dennoch Partei, bleibt kein unbeteiligter Zuschauer, sondern taucht in das beschriebene Geschehen ein.

In „Um das Böse zu besiegen, muss man es begreifen“ entwirft er eine, wie es im Klappentext heißt, „Gebrauchsanweisung gegen das Böse“, dem Grauen, dem er als Journalist täglich begegnet. Dabei geht er auch kritisch auf seine Rolle als professioneller Berichterstatter ein. Besonders ausführlich widmet er sich jedoch zwei zentralen Fragen:

1. Woher kommt/Wie entsteht das Böse?
2. Wie überwindet man es?

Auf die erste Frage geht Spieker sehr lang und ausführlich ein. Meinem Empfinden nach wesentlich zu detailliert und langatmig. Etliche Abschnitte habe ich einfach übersprungen, weil ich mir nicht noch eine Beschreibung bestialischer Gewalttaten antun wollte. Da hätte man auch gut kürzen können. Das Böse wird nicht besser dadurch, dass man es so lang und breit beschreibt. Außerdem wirkte Spieker mir in diesem Teil des Buches oft zu abgeklärt. Seinem Kapitel über das „Ur-Böse“, den Teufel, konnte ich auch nicht viel abgewinnen; er vertritt hier eine äußerst liberale Haltung.

Der zweite Teil, in dem der Autor der Frage nachgeht, wie das Böse besiegt werden kann, wertet das Buch hingegen enorm auf. Es ist sehr schade, dass er insgesamt recht kurz geworden ist. (Das Buch ist zwar in einen „negativen“ und einen „positiven“ Teil unterteilt. Doch im „positiven“ Teil stehen das Böse und seine Auswirkungen noch bis ins 15. Kapitel – von 18 insgesamt – im Vordergrund.) Ich hätte mir definitiv mehr Beispiele für Menschen gewünscht, die das Böse überwunden haben.

So steht man nach dem Lesen dieses Buches noch stark unter dem Eindruck all der (wahren) Geschichten, die das Böse in den Mittelpunkt rücken. Es ist daher definitiv nichts für schwache Nerven, aber könnte eine gute Lektüre für alle sein, die das Thema wirklich interessiert und sich ein Bild von einem christlichen Standpunkt aus (oder über einen christlichen Standpunkt) machen wollen.

Adeo, ISBN 978-3-942-20879-6, Preis 17,99 Euro

Esther Middeler

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