Gayle Roper: Das Cafe am Meer

Das Cafe am Meer

In Seaside am Atlantik betreibt die 33jährige Carrie mit ihrer jüngeren Schwester Lindsay ein Café. Kim, eine 16jährige Kellerin, erzählt gerade, dass ihr Freund Bill am Samstagabend Jase geschlagen hat, weil er Kim zu viel Aufmerksamkeit schenkte. Jase arbeitet als Geschirrspüler im Café. In dem Moment betritt Greg das Lokal. Er gehört zu den Stammgästen und arbeitet als Hausverwalter. Sein blick fällt auf die Zeitung. Darin steht, dass Jase seit Sonntag vermisst wird. Wenige Tage später findet Greg die Leiche des Jungen im Wasser.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Carries Café und seine Gäste. Die Protagonisten sind gut charakterisiert. Nach und nach erfahre ich mehr aus ihrer Vergangenheit.
Carrie hat mit 16 Jahren zusammen mit ihrer Schwester das Elternhaus verlassen. Mary, die damalige Besitzerin des Cafés hat ihr ein neues Zuhause gegeben. Doch die Wunden, die ihre Mutter Carrie geschlagen hatte, brauchten lange, um zu heilen.
Greg war Polizist. Er hat durch einen Anschlag seine ganze Familie verloren.
Kim, die junge Kellnerin, lebt bei ihrem Onkel. Er hat sie aufgenommen, ohne Fragen zustellen.
Der Ort und seine Bewohner werden ausreichend beschrieben. Jeder kennt jeden. Die neuen Techniken machen es möglich, dass sich bei Straftaten viele an den Ermittlungen beteiligen. Twittern gehört im Ort zu den Hobbys selbst der älteren Bewohner.
Der Tod von Jase und die darauf folgenden Ereignisse sorgen dafür, dass sich Carrie und Greg näher kommen. Sehr behutsam lässt die Autorin die Beziehung wachsen.
Einen besonderen Stellenwert im Buch haben die Gespräche im Café. Es ist ein Treffpunkt, um Neuigkeiten auszutauschen und zur Ruhe zu kommen. Man redet über Gott und die Welt. Noch tiefgründiger allerdings sind die Unterhaltungen zwischen Greg und Carrie. Hier geht es um Vertrauen, Glauben und Vergebung. Beide öffnen sich. Ich habe es als schön empfunden, wie dabei zum Ausdruck kommt, dass ihr Glaube auch in schweren Verhältnissen gewachsen ist. Glaubensfragen wirken nie aufgesetzt, sie sind geschickt in die Handlung integriert.
Trotzdem ist das Buch auch ein spannender Kriminalroman, der zeigt, wie schnell der Glaube missbraucht werden kann. Gekonnte Manipulation und das Appellieren an primitive Instinkte führen zu Machtmissbrauch und Unterdrückung.
Das Buch spielt im Jetzt und Heute. Dem ist Stil und Sprache angepasst. Es hat mich schnell in seinen Bann gezogen, und ich konnte es kaum aus der Hand legen.
Das Cover mit dem hellen Strand und der jungen Frau, die von oben darauf blickt, passt. Es zeigt die Sehnsucht nach Harmonie und Normalität, die auch im Buch eine Rolle spielt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es verknüpft eine spannende Handlung mit tiefgründigen Gesprächen.

Brunnen, ISBN 978-3-765-52010-5, Preis 14,99 Euro

Elfie Kraft

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Eine Antwort zu Gayle Roper: Das Cafe am Meer

  1. Elisabeth Thomas schreibt:

    Hallo Christian! 🙂

    Irgendwie scheinen die Mails bei dir nicht mehr anzukommen, das liegt bestimmt an meiner Addy 😦 ……… Auch andere mssen die Nachrichten von mir im Spam – Ordner suchen.

    Ich mchte gerne wieder ein Buch resenzieren:

    Titel: Emily – Sommer der Sehnsucht Autorin: Ann Shorey Verlag: Brunnen #: 112 008

    Herzlichen DANK und liebe Gre von

    Elisabeth 🙂

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