Tamera Alexander: Geerbtes Glück

geerbtes Glück

Tamera Alexander ist inzwischen auch in Deutschland kein Geheimtipp mehr. Dieses neu erschienene Buch reiht sich nahtlos in die Reihe der anderen ein – wer tiefgehende historische Romane mag, die nicht vor Schmalz triefen, sondern etwas mehr an der Realität angesiedelt sind, der wird den Kauf dieses Buches sicher nicht bereuen.

Schon beim Lesen des Klappentextes kann man erahnen, dass die beiden Hauptprotagonisten, die eigenständige McKenna und der US-Marshall Wyatt, am Ende zusammen kommen werden. Das ist allerdings nicht schlimm, denn die Geschichte bietet sehr viel mehr als nur die Liebesgeschichte zwischen den beiden. McKenna hat einen großen Wunsch: neu anzufangen. Vor allem für ihren 14-jährigen rebellischen Bruder, dem sie nach dem Tod von Mutter und Vater versucht, die Ersatzmutter zu sein. Das neue Glück erhofft sie sich bei ihrer Kusine und deren Mann – doch der ist schon tot als McKenna und Robert eintreffen, und auch die Kusine stirbt kurz darauf, nicht ohne McKenna das Versprechen abzunehmen, sich um ihre kleine Tochter Emma zu kümmern.

Die geerbte Ranch ist verschuldet und die junge Frau weiß kaum, wie sie die Lage bewältigen soll. Nicht nur, dass die kleine Emma ihr feindselig entgegen steht und einfach kein Zutrauen zu McKenna entwickelt, auch Robert gerät wieder auf die schiefe Bahn und verspielt das verdiente Geld. Kein Wunder, dass der US-Marshall Wyatt bei Roberts Vergangenheit kein gern gesehener Gast ist. Dieser allerdings hat genug von der Einsamkeit die sein Beruf mit sich bringt und findet immer mehr Gefallen an der jungen Frau, auch wenn diese ihn immer wieder zurückstößt und versucht, die Dinge selbst zu regeln.
Alles spitzt sich zu, als ein anderer Mann Anspruch auf das Erbe erhebt und McKenna nicht nur die Ranch an ihn zu verlieren droht, sondern plötzlich auch die Gefahr besteht, dass sie die ihr inzwischen lieb gewordene Emma verliert.

Wie immer lässt Tamera Alexander Glaubensfragen auf unauffällige, aber doch zum Nachdenken anregende Weise aufkommen. Neben der Frage die sich McKenna immer wieder stellt, nämlich weshalb Gott nicht eingreift und sie immer weiter Leid erleben muss und sich scheinbar nichts ändert, ist die Frage nach gelebter Liebe immer wieder gegenwärtig. Und da sind sich McKenna und Wyatt in Bezug auf Robert überhaupt nicht einig…

Wie schon gesagt, halte ich für eine der Stärken von Tamera Alexander, dass ihre Romane dem wahren Leben entspringen könnten. An einer Stelle im Buch stockte mir in dieser Hinsicht dann doch kurz der Atem, bevor Alexander es gleich darauf mit einer einfühlsamen Passage wieder wettmacht. Sich in die Charaktere einzufühlen fällt jedenfalls nicht schwer – eine weitere Stärke von Alexander, die mir immer wieder auffällt.

An einigen Stellen hätten weitere Ausführungen zu angerissenen Themen aus der Vergangenheit der Protagonisten, oder z.B. kulturellen Gepflogenheiten, die durch McKennas Freundschaft zu einer Chinesin Thema werden, sicher nicht geschadet. Trotzdem bietet das Buch Tiefgang und gute Unterhaltung. Tamera Alexander jedenfalls steht auch weiterhin auf meiner Liste der absolut lesenswerten Autorinnen.

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27424-0, Preis 15,95 Euro

Elke Huber

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