Tamera Alexander: Geerbtes Glück

geerbtes Glück

Colorado 1877: McKenna Ashford ist mit ihrem Bruder auf dem Weg nach Cooper Creek um auf der Ranch ihrer Cousine ein neues Leben zu beginnen und ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch als sie ankommen, liegt ihre Cousine Janie im Sterben und vermacht ihr die Ranch und besonders ihre Tochter Emma. Wieder steht McKenna vor einer großen Herausforderung, die sie mit all ihren Kräften bewältigen will. Als US-Marshal Wyatt Caradon auftaucht, sträubt sich alles in ihr, ihm zu vertrauen, auch ihr Bruder Robert ist ihr keine große Hilfe als er wieder alte Wege einschlägt anstatt alles zu tun, damit die hochverschuldete Ranch nicht zwangsversteigert werden muss. Nur die zarte Freundschaft zu der Chinesin Mei gibt ihr halt. Als dann noch ein Fremder auftaucht um ihr nicht nur das Erbe streitig zu machen, sondern auch noch Emma zu sich nehmen will, gerät ihre Welt endgültig aus den Fugen zu geraten.

Tamera Alexander ist auch diesmal wieder ein wunderbarer Roman gelungen über das raue Leben im wilden Westen der USA um 1877. Dabei beschönigt sie nicht, wie hart jeder damals arbeiten musste um sein Lebensunterhalt zu bestreiten – jenseits von Sozialversicherungen und Witwenrenten. Auch die Gewalt und Machenschaften von Banden gegenüber der Zivilbevölkerung, Raubüberfalle auf Postkutschen und Schlägeren in Saloons werden nicht beschönigt sondern glaubhaft beschrieben. Durch die Person der Chin Mei kann man auch einen kleinen Einblick in die chinesische Kultur erhaschen, was mir sehr gut gefallen hat, weil ich von einigem vorher nichts wusste. Die zarte Liebesgeschichte – die man zwar bereits im Klappentext erahnen kann – ist in keiner Weise kitschig oder schnulzig dargestellt sondern sehr bodenständig und leise. Ganz langsam schleicht sich die Liebe ein und kommt nicht plötzlich und mit lautem Knall. Mit jeder Seite wächst sie zart heran.

Sehr gut hat mir auch die Selbstverständlichkeit des Glaubens gefallen, der in keiner Weise aufdringlich aber dennoch tief in den Herzen verwurzelt ist. Obwohl wenig von Predigten und Gottesdiensten die Rede ist, leben sie ihren Glauben aufrichtig und nehmen auch Rückschläge hin.

Man kann in diesem Roman wunderbar mit den Charakteren mitleiden und mitlachen, weil sie alle so genau beschrieben werden und man sie im Kopf einfach vor sich hat – McKenna, die Ranch, Emma, Wyatt. Jeder hat seine Vergangenheit, die er auf seine Art zu bewältigen versucht. Bis zum Schluss gibt es doch immer wieder spannende Wendungen, so dass man doch ganz traurig ist, wenn man das Buch zuklappt und keine weiteren Abenteuer mit den liebgewonnen Figuren erleben kann.

Wer die anderen Roman von Tamera Alexander mochte, wird hier nicht enttäuscht werden. Alle Nichtkenner der Autorin können sich freuen, eine neue (Roman-) Welt entdecken zu können in die sie einfach abtauchen werden!

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27424-0, Preis 15,95 Euro

Simone Janoschke

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