Max Lucado: Lieber Gott, du bist echt cool

 

 

lieber gott du bist echt cool

 

Neben Bilderbüchern für Kinder (und Erwachsene) schreibt Max Lucado vor allem Sachbücher. Einige davon haben mich sehr bereichert.
„Lieber Gott, du bist echt cool“ ist die Kinderversion von „Gnade für den Augenblick“, einem Andachtsbuch für jeden Tag des Jahres. Das bedeutet nicht, dass das Buch nur einen kindgerechten Einband bekommen hat, sondern es ist z. B. ein kleiner Abschnitt: „Im Glauben wachsen“ speziell für Kinder dazugekommen – Schatzkarte verstecken, Blumen pflanzen, Reporter spielen, Menschen eine Freude machen.
Die Andachten nehmen inklusive dieser Idee für die Umsetzung jeweils eine Seite ein. Ihnen ist ein Bibelvers vorangestellt. Geeignet ist es für Kinder ab 8 Jahren bis zum Teeniealter. Die Sprache ist kindgerecht und die Beispiele stammen aus der Kinderwelt: Schule, Freundschaften, Sport und Hobbys.
Die meisten Kinder würden die Andachten vermutlich nicht selbst regelmäßig lesen. Es fehlen auch Bilder, Rätsel, Suchbilder und so weiter, wie man sie in Bibelleseheftchen findet, die das Ganze für Kinder interessanter machen. Für ältere Kinder fehlt mir außerdem der Anstoß, im Original nachzulesen. Es gibt keine empfohlenen Bibelverse oder Bibelabschnitte, nur den einen, der zur Andacht gehört.
Für die tägliche oder wöchentliche Familienandacht ist das Buch aber eine gute Option. Die Andachten sind kurz genug, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Und sie bieten Anlass, darüber zu sprechen. Bei uns lesen wir die Andachten abends vor dem Einschlafen. Meinem Sohn gefällt das Buch sehr gut und er genießt die Vorlesezeit.
Das Buch hat einen festen Einband und ein Lesebändchen und passt farblich sogar zu den blauen Losungen – wenn man beides zusammen auf dem Wohnzimmertisch oder im Esszimmer aufbewahren möchte.
„Lieber Gott, du bist echt cool“ ist ein schönes Andachtsbuch zum Vorlesen für Kinder von 8 bis 12 Jahren.

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27478-3, Preis 15,95 Euro

Christiane Kathmann

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Deborah Sommer: Juliane von Krüdener

 

 

juliane von krüdener

 

 

 

,,In diesem Buch hat Debora Sommer es geschafft wichtige, geschichtliche Daten und Geschehenisse aufzuzählen und zu erläutern und das auf eine Art, die keineswegs langweilig ist, sondern eher zum weiterlesen anspornt. Im Mittelpunkt steht natürlich Juliane von Krüdener, die als Baronin und besonders auch als Freundin des Zaren Alexander l. großen Einfluss auf das ehemalige Europa hatte und diesen Einfluss nach ihrer Bekehrung auch für die Mission zu nutzen wusste. Durch Zitate aus ihren eigenen Tagebüchern und der ihrer Bekannten, erfährt der Leser aus erster Hand wie Juliane selbst und ihre Familie die verschiedenen Lebenssituationen wahrnahmen und mit ihnen umgingen. Ich denke, besonders der Mut und die Hingabe mit der Juliane von Krüdener das Evangelium verbreiten wollte macht sie auch heute noch zu einem Vorbild, das, wie die Autorin selbst sagt, eigentlich nicht in Vergessenheit geraten sollte. Da Debora Sommer die Biografie Julianes nicht für sich allein stehen lässt, sondern geschickt in die Geschichte miteinbettet, lernt man durch dieses Buch nebenbei auch viel über die Französische Revolution und das allgemeine Europa zu der Zeit.
Es ist vielleicht kein Buch für Zwischendurch, da es trotz sehr gut verständlichem Schreibstil eben auch ausgesprochen lehrreich ist, aber eine absolute Empfehlung für jeden, der sich einwenig in das Europa des 18. Jahrhunderts und das Leben der Baronin einlesen möchte.“

 

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27468-4, Preis 14,95 Euro

 

Jennie Esau

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Ute Aland: Die Gottesversprecher

die gottesversprecher

 

Sara ist mitte Zwanzig, arbeitet in der Werbebranche und hat sich von ihrem Glauben längst distanziert. Ihre Kindheit verbrachte sie in einer Baptistengemeinde und ihr Glaube war mehr gespielt als echt, eben weil man nicht mit dem Herzen, sondern aus Gewohnheit dabei ist. Dann überredet ihr Arbeitskollege Udo sie, doch mal mit in seine Gemeinde zu gehen. Eine charismatische Gemeinde, die nicht so langweilig ist, wie sie es kennt, sagt er. Eigentlich hat sie keine Lust, damit er sie in Ruhe lässt, geht sie einmal mit, denkt sie. Doch dann wird sie gepackt von den Worten, die Dan predigt – so hatte sie Gottes Botschaft noch nie gehört. Er zieht sie in ihren Bann – sie entdeckt ihren Glauben neu und ist Feuer und Flamme. Dass ihre Eltern und Freunde da anderer Meinung sind und sie sich mehr und mehr von Dan und seiner inzwischen von der Gemeinde abgespaltenen Gruppe abhängig macht, merkt sie erst, als es bereits zu spät ist.

Ein Roman über geistlichen Missbrauch zu schreiben ist mutig. Selten wird dies in einem christlichen Roman thematisiert. So typische Sekten wie Scientology – klar die kennt man. Aber was kann an einer christlichen, lebhaften Gemeinde schon falsch sein? Diese Geschichte – die wie auf dem Cover beschrieben – auf Tatsachen beruht ist aufwühlend, beklemmend und lässt den Leser kaum durchatmen. Nichtmal zwei Tage brauchte ich zum lesen, ich konnte das Buch kaum weglegen. Anfangs konnte ich Sara gut verstehen. Sie ist ein typisches „Gemeindekind“, hat es satt, immer wieder ähnlich langweilige Gottesdienst zu erleben, sich zu verstellen und so zu tun, als würde sie voll und ganz dahinter stehen. Je mehr sie in die Fänge dieser Sekte gerät und geistlich missbraucht wird, desto beklemmender wird es. Könnte mir sowas auch passieren – fragt man sich. Oft habe ich mit dem Kopf geschüttelt – lässt Sara das wirklich mit sich machen ohne zu hinterfragen? Sie gibt Freundschaften auf, lässt sich ihr letztes Geld aus der Tasche ziehen und ist zu jederzeit für die Gruppe da, steht nachts um zwei bereit, wenn Dan einen Eindruck hat und meint, jetzt müssten sie evangelisieren. Man möchte Sara schütteln und ihr ins Gesicht schreiben – Mädel wach endlich auf! Aber man merkt auch, dass es schwierig ist, wenn man einmal in so einem System ist, wieder raus zu finden, selbst zu denken.

Die Autorin versteht es geschickt, Bibelverse und charismatische, fromme Redewendungen so einfließen zu lassen, dass man immer wieder überlegen muss, ob er diesmal nicht doch recht hat. An einigen Stellen fand ich es etwas überspitzt, wie Dan reagierte, was aber sicher so gewollt war. Dieser Roman soll zeigen, wie schnell man in manipulierende Systeme hineingeraten kann ohne es zu merken und wie schwer es ist, wieder auszusteigen. Sehr gut hat mir der Schluss gefallen, wo sich Sara nochmal mit allem auseinandersetzt und Revue passieren lässt, warum sie sich hat einlullen lassen. Dies ist vor allem auch für Betroffene Leser hilfreich um selbst aus solchen Systemen aussteigen zu können.

Kein locker, leichter Roman, aber spannend und wachrüttelnd bis zur letzten Seite! Meine absolute Leseempfehlung!

 

Brunnen, ISBN 978-3-765-50911-7, Preis 14,99 Euro

Simone Janoschke

 

Auf Bücherändernleben gibt es ein aktuelles Interview mit der Autorin.

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Amiot/Roane: Bibel-Sticker-Spaß

bibel sticker spaß

Der Bibel-Sticker-Spaß besteht aus 16 biblischen Geschichten, deren Illustrationen mit über 100 Stickern ergänzt werden können. Die meisten Geschichten sind über eine Doppelseite abgebildet. Ein kurzer Text erzählt die biblische Begebenheit und wird durch schöne, große Illustrationen ergänzt. Die Kinder erfahren durch Hervorhebungen im Text, welche Begriffe sie durch Aufkleber ergänzen können. Zum Beispiel fehlt bei der Kreuzigungsgeschichte, das Kreuz Jesu, welches aufgeklebt werden kann. Bei Abraham und Sara dürfen viele Sterne am Himmelszelt hinzugefügt werden usw. So werden die biblischen Erzählungen zu kleinen Mitmach-Geschichten.

Folgende Geschichten werden erzählt: Die Schöpfung, Noah, Abraham, Mose im Schilf, Der kleine Samuel, David und Goliath, Jona, Jesaja, Die Geburt Jesu, Jesus wird getauft, Jesus erwählt seine Jünger, Jesus bändigt den Sturm, Die Palmenzweige, Das letzte Abendmahl, Die Auferstehung Jesu, Pfingsten.

Das Buch ist für Kinder ab 6 Jahren empfohlen. Meine Kinder (4 und 3 Jahre) freuen sich aber auch sehr, wenn sie wieder in der „Sticker-Bibel“ mit mir lesen dürfen. Wir schauen uns das Bild gemeinsam an und beim Lesen stellen sie meistens fest, welche Dinge fehlen. Diese werden dann bei den Stickern (die thematisch sortiert sind) gesucht und mit Begeisterung aufgeklebt. Mich als Mutter freut dabei sehr, dass die Sticker leicht wieder abzulösen sind und anders zu platzieren sind. 

Natürlich hat das Buch, wenn alle Geschichten gelesen und mit Stickern verziert sind, erst einmal an Reiz verloren. Aber da die Sticker wieder abzulösen sind, kann ich mir gut vorstellen, dass das Buch nach einiger Zeit wieder neu entdeckt werden kann!

SCM R. Brockhaus, ISBN 978-3-417-28637-3, Preis 9,95 Euro

Martina Hülsmeier

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Marianne Grandia: Weißer als Schnee

weißer als schnee

Ich habe diesen Roman ausgesucht, weil ich ein Buch mit Spannung lesen wollte. Etwas im Klappentext hat in mir diese Erwartungen geweckt. Wahrscheinlich waren es Aussagen wie: „Eine schockierende Entdeckung“ oder „eine aufwühlende Spurensuche beginnt“.

Wie sich jedoch bald herausgestellt hat, steht im Vordergrund des Romans nicht die Spannung oder die Spurensuche, alla hier wird ein Geheimnis gelüftet, sondern der Umgang mit Schuld und Vergebung. Es wird der Weg einer Tochter beschrieben, die sich unfreiwillig mit ihrer Beziehung zu ihrem Vater auseinandersetzen muss, als dieser schwer erkrankt. Er hatte sie mit ihrer sterbenden Mutter allein gelassen und war nach Amerika gezogen. Im Endeffekt muss sie sich entscheiden, ihm zu vergeben oder nicht. Und um diesen Prozess der Annäherung, mit Verzweiflung, Trauer und Wut geht es. Gespräche durch eine von Gott gefügte Bekanntschaft und dem Krankenhausseelsorger stehen der Protagonistin dabei tröstend und wegweisend zur Seite.

Marianne Grandia geht in ihrem Roman sehr nah an die Protagonistin heran, scheut sich nicht Emotionen in ihren Tiefen und Untiefen darzustellen und beschreibt diese in den meisten Fällen stilvoll (bis auf ein paar Zeilen, die ich als zu dramatisch empfunden habe). Ich denke, dass dieses Buch Menschen, die selbst in einem Prozess der Vergebung stecken oder sich mit Verletzungen aus der Vergangenheit konfrontiert sehen, eine Hilfe sein kann.

Das Ende habe ich als angenehm empfunden, weil es eine Entwicklung zulässt und nicht alles in allgemeiner Zufriedenheit auflöst. Wie im wirklichen Leben brauchen manche Dinge einfach Zeit.

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27426-4, Preis 14,95 Euro

Stephanie Hanke

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Josh McDowell: Entkommen

entkommen

Josh McDowell wächst in ländlicher Umgebung in einer tief zerrütteten Familie in Michigan auf. Seine Kindheit und Jugend wird von seinem gewalttätigen und alkoholkranken Vater und von Missbrauch durch einen Mann geprägt, so dass Wut und Aggression sein Leben immer mehr bestimmen. Auf dem College begegnet er Christen, dessen Glauben ihn verwundert und ihn auf die Idee bringt, die Auferstehung Christi zu widerlegen. So macht er sich auf eine Reise, die ihn bis nach Europa führt und ihn schließlich total verändert.
In seiner Biographie zeigt der bekannte Redner und Buchautor, wie sein Leben vor seiner Entscheidung für Jesus verlaufen ist und wie stark Gott einen Menschen verändern kann.
Mich hat besonders beeindruckt, wie wunderbar Gott Menschen, die sich ehrlich auf die Suche nach der Wahrheit machen führt und ihnen Leute auf den Weg gibt, die ihnen weiterhelfen.
Josh beschreibt sehr offen und ehrlich, wie er vor seiner Bekehrung war und was sich danach geändert hat. Er verschweigt aber auch seine Schwierigkeiten in seinem Glaubensleben nicht, sondern schildert auch, wie schwer es ihm oft fiel, Gott zu verstehen und seinen Willen zu tun. An einigen Stellen ist das Buch sehr bewegend und man spürt, wie schwer es für ihn gewesen sein muss
z. B Leute aus seiner Kindheit um Vergebung zu bitten.
Dieses Buch zeigt sehr eindringlich, dass Gott uns trotz einer schwierigen Vergangenheit und unserer Fehler liebt und annimmt und unser Leben ganz neu machen kann, wenn wir uns ihm anvertrauen.
Insgesamt ist ,, Entkommen“ ein sehr empfehlenswerter Lebensbericht, der ermutigt und von Gottes Gnade zeugt.

Brunnen, ISBN 978-3-7655-0899-8, Preis 16,99 Euro

Carina Reinert

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Irma Joubert: Das Mädchen aus dem Zug

das mädchen aus dem zug

In dem Buch „Das Mädchen aus dem Zug“ von Irma Joubert lernen wir die liebenswürdige, kleine Gretel kennen, die in den Kriegsjahren ihre gesamte Familie verliert. Als sie mutterseelenallein da steht, wird sie von dem jungen Polen Jakob zu seiner Familie gebracht. Anfangs interessiert Jakob sich mehr für die Unabhängigkeit Polens als für das kleine Mädchen, aber im Laufe der Zeit lernt er sie lieben und fühlt sich für sie verantwortlich. Da seine Familie nach einigen Jahren keinen Platz mehr für die lebensfrohe Gretel hat und der Krieg inzwischen vorbei ist, macht er sich auf die Suche nach einem Heim in Deutschland, wo Gretel eigentlich her kommt. Auf dem Weg dahin findet er im Zug eine Zeitungsannonce, wo deutsche Kinder für arische Familien in Afrika gesucht werden. Nach einigem Ringen beschließt er, Gretel dort unterzukriegen. Ihre jüdische Vergangenheit muss sie allerdings verschweigen, sowie wie ihre Jahre in Polen. In Afrika beginnt für Gretel ein neues Leben fern ihrer europäischen Heimat. Trotz ihrer neuen liebevollen Familie quälen „Grietje“, wie sie nun heißt, Alpträume und auch ihre Vergangenheit hält sie fest verschlossen. Bis irgendwann nach Jahren auf einmal Jakob in Afrika auftaucht und die Geschichte eine interessante Wende nimmt.

Das Mädchen aus dem Zug lässt sich nicht einfach lesen und wieder vergessen. Die Geschichte geht einem nach und die kleine Gretel schließt man fest ins Herz. Irma Joubert hat einen sehr schönen Schreibstil und lässt uns nicht nur an dem Leben der Charaktere teilnehmen, sondern auch an den Bräuchen, den Düften und Farben jener Zeit. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist tiefgründig und dennoch leicht zu lesen. Interessant finde ich auch die Gegenüberstellung der der evangelischen und katholischen Kirche und auch dem jüdischen Glauben, da Gretel im Laufe ihres Lebens lernt sich überall Zuhause zu fühlen. Auch die immer wiederkehrende Symbolik des Zuges hat mir sehr gut gefallen. Ein Buch, das sich zu lesen lohnt.

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27457-8, Preis 17,95 Euro

Edelgard Kornelsen

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